Brief an Laura Siegemund

Liebe Laura!

Da hast Du Dir und dem deutschen Damentennis ja gestern in Charleston einen – wie Du sagen würdest: f….g – Bärendienst erwiesen. Anstatt Du froh und dankbar bist, dass Du im Spätsommer Deiner f….g Tennislaufbahn noch einmal ein bisschen was erleben darfst, ziehst Du eine f….g Show ab, die an Peinlichkeit kaum zu überbieten ist – und da spreche ich jetzt nicht von Deinem mega-peinlichen f….g Outfit im Halbfinal-Match gegen Daria Kasatkina, das war natürlich ein modischer Totalschaden. Ich spreche von Deinem f….g Verhalten auf dem Platz. Früher nannte man das »Starallüren«. Heute vielleicht immer noch. Anstatt Du die Überlegenheit Deiner Gegnerin, die Dich am Ende spielerisch an die Wand genagelt hat, sportlich anerkennst, greifst Du ganz tief in die unterste Schublade. Zwar ist die Stuhlschiedsrichterin auf Deine f….g Simulations-Show unglücklicherweise reingefallen, Kasatkina aber ist Dir nicht auf den Leim gegangen. Gott sei Dank. Damit hast Du Dir sicher keine Freunde geschaffen.

Auch die fleißigen Ballmädchen, denen Du wie alle Tennisprofis das ganze Jahr über Deine verschwitzten und verrotzten f….g Handtücher respektlos ins Gesicht wirfst, werden nach Deinem Faux-pas in Charleston mit Sicherheit nicht mehr zu Dir aufschauen. Im sozialen Netz erntest Du für Deinen f….g Umgangston völlig zurecht einen f….g Shitstorm. Es bleibt zu hoffen, dass Dir die Balljungen und -mädchen weltweit künftig den ohnehin diskussionswürdigen Handtuchdienst verweigern. Laura, man sagt Dir nach, dass Du ein helles Köpfchen wärst, Psychologie-Studium inklusive. Das darfst Du auch ruhig mal öffentlich zeigen. An Arroganz und Dummheit war Dein Auftritt in den Staaten definitiv nicht zu überbieten. Du hast nun etwas gut zu machen. Zeige Dankbarkeit und Demut. PS: Das »kurze Schwarze«, in dem Du Dich auf der Startseite Deiner Website dem Besucher entgegenrekelst, hilft beim Imagewandel sicher nicht.

Sportliche Grüße,
Christoph Kellermann

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Christoph Kellermann kennt den Tennissport aus dem Eff-Eff. Seit 1980 ist er am Ball. Zunächst als Spieler, dann als Coach. Seit vielen Jahren ist er als Mitglied des Verbandes Deutscher Sportjournalisten redaktionell aktiv. 1990 gründete er den heutigen »TWNR«, ehemals »Tennisredaktion.de«...