Buzarnescu siegt in Versmold

VERSMOLD – (Hofen) „Mir fehlen die Worte. Es läuft derzeit einfach super“, erklärte Mihael Buzarnescu (Rumänien) nach ihrem 6:0, 6:2-Finalsieg über Barbara Haas (Österreich). Obwohl das Finale nur 64 Minuten dauerte, waren die rund 500 Zuschauer begeistert. Barbara Haas kämpfte um jeden Ball, doch Mihaela Buzarnescu war an diesem Tag zu stark. Mit ihren präzisen Grundlinienschlägen setzte sie die 21-jährige Österreicherin immer wieder unter Druck und irgendwann machte diese meistens den Fehler oder erreichte den Ball nicht mehr. Schon in den letzten Wochen zuvor war Mihaela Buzarnescu bei den ITF-Turnieren in Hodmezovasarhely (Ungarn, 60.000 US-Dollar Preisgeld), Izmir (Türkei, 60.000 US-Dollar Preisgeld) und Getxo (Spanien, 25.000 US-Dollar Preisgeld) nicht zu bezwingen gewesen. Auch bei den Reinert Open mit den Internationalen Westfälischen Tennis-Meisterschaften der Damen, einem mit 60.000 US-Dollar Preisgeld dotiertes ITF Women’s Circuit-Turnier, ging sie fünfmal als Siegerin vom Platz und erhöhte damit ihre Erfolgsserie auf 20 Matches in Folge ohne Niederlage.

An der Siegerehrung bei den Internationalen Westfälischen Tennis-Meisterschaften der Damen »Reinert Open« in Versmold waren beteiligt (v.l.): Robert Hampe (Präsident Westfälischer Tennis-Verband), Camelia Reinert-Buss, Hans-Ewald Reinert (Hauptsponsor und 1. Vorsitzender Tennispark Versmold), Siegerin Mihaela Buzarnescu, Finalistin Barbara Haas, Jan Miska (Turnierdirektor) und Michael Meyer-Hermann (Bürgermeister Stadt Versmold).

Haas zollt ihrer Gegnerin Respekt

„Mihaela war heute ganz klar die bessere Spielerin und hat verdient gewonnen“, zeigte sich Barbara Haas, die für den ostwestfälischen Tennisclub Blau-Weiss Halle in der Regionalliga spielt, als faire Verliererin. Bis zum Finale hatte die Österreicherin mit großem Tennis-Kämpfer-Herz erfolgreich gespielt. Im Endspiel hielt sie dem hervorragenden Spiel der Mihaela Buzarnescu nicht stand. Den Doppel-Wettbewerb hatten bereits am Samstag Katharina Gerlach (Tennispark Versmold) und Julia Wachaczyk (BASF TC Ludwigshafen) durch einen 4:6, 6:1, 10:7-Finalsieg über das an Nummer fünf gesetzten japanische Duo Misa Eguchi/Akiko Omae gewonnen.

Rund 6.000 Besucher in Versmold

„Volles Haus“, vermeldeten die Turnierorganisatoren am Finaltag. Zufrieden war Turnierinitiator und Hauptsponsor Hans-Ewald Reinert aber auch mit den Besucherzahlen während der gesamten Reinert Open. „Wir haben fantastische Tage erlebt. Angefangen mit dem Bärchen-Familien-Tag und der Spanischen Nacht über tollen Tennissport an allen Turniertagen bis hin zu einem abwechslungsreichen kulturellen Rahmenprogramm haben wir rund 6.000 Besucher im Tennispark Versmold begrüßen können. Die Reinert Open sind in Versmold angekommen“, bilanziert Hans-Ewald Reinert zufrieden. Auch Robert Hampe, Präsident des Westfälischen Tennis-Verbandes (WTV) ist von den Reinert Open, die auch die Internationalen Westfälischen Tennis-Meisterschaften der Damen sind, begeistert: „Was sich hier in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat, ist einfach klasse. Gut ist auch, dass das Turnier gesund gewachsen ist und einen immer höheren Stellenwert auch bundesweit bekommen hat. Das sieht man schon daran, dass in diesem Jahr direkt vor dem Turnier ein Lehrgang des Porsche-Talent-Teams des Deutschen Tennis Bundes in Kamen stattgefunden hat. Das soll auch in Zukunft so sein.“ Außerdem war der WTV-Präsident natürlich zufrieden mit dem Abschneiden von den Westfälinnen Katharina Gerlach (Tennispark Versmold) und Julia Wachaczyk (BASF TC Ludwigshafen), die die Doppel-Konkurrenz gewannen. Bei den Spielerinnen kommt vor allem die familiäre Atmosphäre an. Rund 80 Personen sind bei den Reinert Open im Einsatz, um einen reibungslosen Verlauf zu gewährleisten. „Es ist das Erfolgsrezept des Turniers, dass sich alle der Crew mit dem Turnier identifizieren und es leben. Bestes Beispiel in diesem Jahr war die schnelle Platzpräparierung nach den stundenlangen Regenfällen am Mittwoch. Da haben nicht nur die vier für den Platzdienst zuständigen Personen das Wasser von den Plätzen geschoben. Da waren auf jedem Platz gleich fünf, sechs Personen aktiv“, ist Turnierdirektor Jan Miska vom gesamten Team begeistert.

Schon im Vorfeld hatte das Organisationsteam um Karsten Wolf, Michael Sommerkamp, Daniel Hermann, Janina Peters, Eva-Maria Cordes, Stephan Schnabels und Jan Miska ganze Arbeit geleistet, viel Werbung für das Turnier gemacht und ein attraktives Rahmenprogramm gestaltet. Dazu wurde der Publicbereich weiter verschönert und für die Spielerinnen in der Tennishalle eine Players Lounge eingerichtet. Die Reinert Open haben bei der ITF ein hohes Ansehen, entsprechend positiv fiel der Turnierbericht des Supervisors Norbert Peick aus. „Jetzt heißt es, die Reinert Open 2017 noch einmal Revue passieren zu lassen, um sich dann an die nächste Auflage zu begeben“, sind für Hans-Ewald Reinert die Reinert Open 2018 schon bald wieder in der Planungsphase.

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Christoph Kellermann kennt den Tennissport aus dem Eff-Eff. Seit 1980 ist er am Ball. Zunächst als Spieler, dann als Coach. Seit vielen Jahren ist er als Mitglied des Verbandes Deutscher Sportjournalisten redaktionell aktiv. 1990 gründete er den heutigen »TWNR«, ehemals »Tennisredaktion.de«...