Parents Advice: Qualität/Quantität

ELTERNRATGEBER – In dieser Form einmalig auf dem Tennismarkt: »Ich WILL nach Wimbledon« – die Chance auf das entscheidende Break für Eltern, Coaches und Spieler oder wie DU die Tennislaufbahn Deines Kindes optimal unterstützt und ihm hilfst, das Beste aus sich zu machen! Autor Stephan Medem hat in diesem Buch umfassend erklärt, worauf es beim elterlichen Coaching ankommt. Das Vorwort ist von Jose Antonio Fernandez Ibarra geschrieben worden. Er ist ehemaliger ATP-Tour-Professional, Davis-Cup-Spieler, Ex-Coach von Steffi Graf sowie Scout der Rafael Nadal Tennis Academy. Dieses Buch ist ein absolutes MUSS für jede (Tennis-)Mutter, jeden (Tennis-)Vater und für jeden Coach, der sich ehrlich für sein tennisspielendes Kind und dessen bestmögliche Entfaltung interessiert! TWNR veröffentlicht exklusiv Auszüge aus diesem ultimativen Elternratgeber…

Heute: Qualität/Quantität

Ihr alle kennt die »10.000 Stunden-Regel«. Auch an dieser Stelle nochmals die Anmerkung, dass es hier um eine grobe Hausnummer und keine feste, unumstößliche Konstante geht! Des Weiteren haben wir in diesem Zusammenhang gelernt, dass diese Anzahl von Stunden nur dann gut investiert ist, wenn sie mit SINN und INTENSITÄT bestückt sind. Intensiv ist das Training dann, wenn Euer Kind die gesamte Trainingszeit auf eine tennisrelevante Weise, sei es konditionell, motorisch, konzentrationstechnisch oder mental auf hohem Niveau gefordert ist. Sinnvoll ist eine Trainingseinheit dann, wenn Tools, die das Spiel Eures Schützlings substantiell verbessern, erlernt werden!

Um Euch diese Sache etwas deutlicher zu erklären, werde ich etwas ausholen.

Dazu wieder eine kleine Story aus meiner Racket-Bag. Herr P. kommt aus Russland und hat es, trotz anfänglicher sprachlicher und kultureller Barrieren zu sehr viel gebracht und ist ein guter Geschäftsmann geworden. Sein Motto von »Fleiß, Disziplin und Willenskraft« hat ihm zu diesem Erfolg verholfen. Mit dem gleichen Motto, welches ihm zu seinem Ruhm verholfen hat, will er aus seinem Sohn einen erfolgreichen Tennisspieler machen. Tagein tagaus verbringt er seine Freizeit mit seinem Sohn auf dem Tennisplatz. Eigentlich wäre das ja kein Problem, aber das Kind ist neun Jahre alt! Und hier liegt das Problem! Das Kind spielt wirklich verdammt gut und auch gerne Tennis… aber es will spielen… nicht arbeiten! Es verbringt zwar eine Unmenge von Stunden auf dem Tennisplatz, sollte also mit 16 bis 17 Jahren die 10.000 Stunden voll haben, wird jedoch trotzdem kein Champion sein, weil das Engagement und damit logischerweise auch die Intensität fehlen. Darüber hinaus ist der Herr Papa zwar wahnsinnig ehrgeizig und engagiert, aber leider nicht wirklich tenniskompetent, das heißt logischerweise, der Junge schlägt zwar Millionen von Kugeln, aber völlig SINNLOS!

Max ist 13. Bis letztes Jahr hat er relativ wenig Tennis gespielt. Er hat zwar ein Ranking auf der Jugendrangliste, es gibt aber etliche Jungs in seinem Verein, die schon einiges mehr trainieren und auch mehr Turniere spielen als er und damit konsequenterweise viel höher klassiert sind. Max ist aber deswegen nicht faul gewesen. Er hat nämlich zusätzlich noch in der höchsten Jugendklasse sowie in der Bezirksauswahl Fußball gespielt. Ist die Zeit, die Max auf dem Fußballplatz verbracht hat auch für sein Tennisspiel sinnvoll? Natürlich! Er hat einen unglaublichen Touch! Seine konditionellen Voraussetzungen sind grandios! Er hat ein gutes Auge! Er hat viel Wettkampferfahrung gesammelt! Er musste sich durchbeißen! Er ist zweikampfstark! Das sind doch alles Attribute, die auch einem Tennisspieler zugute kommen. Nun, Max hat gemerkt, dass die Doppelbelastung Fußball/Tennis auf Dauer nicht gut gehen kann und hat sich, aus was für Gründen ist an dieser Stelle nebensächlich, entschieden. Was aber nicht nebensächlich ist, ist folgende Tatsache: Von Woche zu Woche schwindet der Vorsprung, den die »Tennisspezialisten« gegenüber Max einmal hatten. Ich gebe Max noch ein paar Wochen, dann hat er zu ihnen aufgeschlossen. Und in spätestens einem halben Jahr, dafür lege ich meine Hand ins Feuer, ist er der Spieler in seinem Verein, der das beste Ranking in seiner Altersstufe hat.

Also Leute, lasst Eure Kinder erst einmal nur spielen. Wenn sie irgendwann einmal vom Ehrgeiz gepackt werden, dann werden sie automatisch mehr trainieren wollen. Spätestens in der Jahrgangsstufe U14, U16 realisiert Eurer Kind, dass Tennis nicht nur Spielen, sondern auch eine Menge Arbeit ist. Es ist jetzt aber auch soweit, dass es damit keine Probleme hat. Spezialisiert Euer Kind nicht unnötig früh auf Tennis. Es gibt sehr viele Disziplinen, die  die Tennisentwicklung Eurer Kinder unterstützen. Und wenn Ihr Euch entscheiden müsst, dann wählt immer die QUALITÄT vor der QUANTITÄT!


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Über Stephan Medem 83 Artikel
Stephan Medem ist TWNR-Experte auf mehreren Ebenen. Zum Einen deckt er gemeinsam mit Davis-Cup-Sieger Marc-Kevin Goellner den Bereich Profitennis ab, zum Anderen ist der Ex-Profi und einstige WTA-Tour-Coach auch als Autor erfolgreich und ein ausgewiesener Mentalexperte.